Die Maffetone Methode

Schon von der Maffetone Methode gehört?

Seit seinem Bestseller „Born to Run“ ist Christopher McDougall fast jedem lesenden Läufer ein Begriff. Und erneut berichtet er in seinem aktuellen Buch von einer kleinen Trainingsrevolution, erdacht vor Jahren von einem gewissen Phil Maffetone.

Wenn ich von einer neuen revolutionären Trainingsmethode lese, ist mein Interesse schnell geweckt. Wenn es dann noch eine ist, die meinem persönlichen Ansatz recht nahekommt, umso mehr.

Auf die sogenannte Maffetone-Methode bin ich zuletzt mehrfach gestoßen, am intensivsten allerdings in Christopher McDougalls neuen Werk „Handbuch für Helden“ (ziemlich blöder deutscher Titel by the way).

Bei der nachfolgenden spontanen Internetrecherche fiel mir auf, dass man fast ausschließlich englischsprachige Literatur und Websites dazu findet.

Ich möchte mich nicht zuletzt deswegen an einer kurzen Beschreibung der Methode versuchen. Und ich will mich auch kurz dazu äußern, wo mich die Methode anspricht und wo ich meine Zweifel habe.

Dr. Philip Maffetone

Die Maffetone-Methode ist benannt nach ihrem Erfinder Dr. Philip Maffetone und sie ist, wie ich schnell recherchieren konnte, alles andere als neu. Sie erlebt – wahrscheinlich durch McDougalls neues Werk – gerade eine Art Wiedergeburt. Phil Maffetone hat die Methode schon in den frühen Neunzigerjahren erdacht und sich damit vor allem als Trainer der Triathlonlegende Mark Allen einen Namen gemacht. Mark Allen hat den Iron-Man auf Hawai allein sechsmal gewonnen. Danach muss sich Maffetone aber zumindest vorübergehend aus der aktiven Athletenbetreuung zurückgezogen haben.

Mich hat sein Ansatz vor allem deswegen leicht angesprochen, da er perfekt zu meiner persönlichen Situation zu passen scheint. Gleichzeitig macht mich das jedoch auch skeptisch, denn meine eigene sportliche Entwicklung war in den letzten Jahren bestenfalls bewahrend.

Die Grundlagen der Maffetone-Methode

Maffetones Trainingsansatz basiert auf zwei wesentlichen Elementen:

  1. Der Umstellung des Körpers von der Kohlenhydrat- zur Fettverbrennung.
  2. Der Entwicklung der Grundlagenausdauer und des Stoffwechsels durch Ausdauertraining im ausschließlich aeroben Belastungsbereich (=konsequente Meidung einer Sauerstoffschuld).

Dem Körper wird zunächst die einfach verfügbare, aber beschränkte Energiequelle Kohlenhydrate entzogen. Er stellt sich dadurch innerhalb kurzer Zeit auf eine effektive Fettverbrennung um.

„Fett als im Körper gespeicherte Energiequelle ist, im Gegensatz zu Kohlenhydraten, für Läufer geradezu unerschöpflich verfügbar.“

Das Ausdauertraining findet danach für mehrere Monate konsequenterweise nur noch im aeroben Bereich statt, in dem die Energiebereitstellung allein über die Fettverbrennung möglich ist.

Im Ergebnis soll sich die aerobe Leistungsfähigkeit sukzessive erhöhen.

Die anaerobe Leistungsfähigkeit soll sich dadurch in gleicher Weise erhöhen, und das ohne dass sie spezifisch trainiert wird.

Konkret wird für die Umstellung auf die Maffetone-Methode folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:

Der Start

Zwei Wochen konsequente Meidung von Zucker und Auszugsmehlen sowie allen kurzkettigen Kohlenhydraten.

Dadurch soll sich der Stoffwechsel automatisch umstellen und man kann hinterher wieder mehr auf seinen Appetit achten. Die Annahme ist, dass der Appetit sich anpasst und nur noch nach geringen Zuckermengen verlangt.

Ernährungsumstellung

Fokus auf Eiweiß- und fetthaltige Ernährung. Viel Fleisch, Fisch, Eier und natürlich Gemüse. Obst eher sporadisch. Wenn Kohlenhydrate, dann möglichst langkettige (komplexe) in Form von z.B. Vollkornprodukten.

Trainingsumstellung

Belastung ausschließlich im aeroben Bereich für 3-6 Monate, je nach vorherigem Trainingszustand. Für Sportneulinge eher 6 Monate, für trainierte Ausdauerathleten sollen 3 Monate ausreichend lang sein.

Nach Ablauf dieser konsequenten Umstellungsphase sind dann z.B. bei Wettkämpfen auch in Maßen wieder höhere Belastungen wieder möglich.

Die 180-Formel

Die Ermittlung der aeroben Belastungsgrenze, ausgedrückt als Herzfrequenz, erfolgt mit Hilfe folgender Formel:

180 Schläge pro Minute minus Lebensalter

Im Falle eines 41-jährigen, gesunden Sportlers entspräche das folglich einer Herzfrequenzobergrenze von 139 Schlägen pro Minute für die ersten 3 Monate.

Zum Ausgleich individueller Unterschiede in der Ausgangsbasis kann der Wert dann noch um bis zu 10 Schläge nach unten bzw. 5 Schläge nach oben korrigiert werden.

Beispiele für die Korrektur:
– Herzkreislauf-Erkrankung im Vorfeld: – 10 Schläge
– Allergische Belastung oder Stress: – 5 Schläge
– Allgemein guter Trainingszustand: +/- 0 (keine Korrektur erforderlich)
– Wettkampfsportler mit zuletzt steigender Leistungskurve: + 5 Schläge

Welche Vorteile verspricht die Maffetone-Methode?

  • Stabiles Körpergewicht mit dauerhaft niedrigem Körperfettanteil; bei Übergewicht: einen schnellen und stabilen Gewichtsverlust.
  • Eine schnelle Steigerung der aeroben Leistungsfähigkeit, d.h. schnellere Laufzeiten bei gleicher Belastung.

Zusätzlich:

  • Weniger Verletzungen aufgrund der niedrigen Trainingsintensität.
  • Positive Auswirkungen auf den generellen Gesundheitszustand durch weniger Entzündungen im Körper und
  • eine konsequente Vermeidung der Entstehung von freien Radikalen.

Soweit finde ich die positiven Auswirkungen sehr gut nachvollziehbar.

Allerdings verspricht Maffetone ebenso, dass sich durch Anwendung seiner Methode auch die wettkampfspezifische Ausdauer und die Wettkampfergebnisse verbessern, und zwar in einem ähnlichen Verhältnis wie die aerobe Leistungsfähigkeit.

Er begründet das zum Teil empirisch (Split-Zeiten trainierter Athleten), aber auch dadurch, dass sich die o.g. gesundheitlichen Aspekte entsprechend positiv auf den Körper und seine Leistungsfähigkeit auswirken. Außerdem werden durch die schonende Methode größere Trainingsumfänge möglich.

Kritik an der Methode

Die häufigste Kritik bezieht sich vor allem darauf, dass die Methode als alleiniger Trainingsansatz ungeeignet für Wettkampfsportler ist. Sie fokussiert dazu zu stark auf den reinen Grundlagenausdauerbereich.

Die Entwicklung der anaeroben Leistungsfähigkeit durch ein rein aerobes Training widerspricht der herkömmlichen Trainingslehre elementar, wonach sich die anaerobe Schwelle vor allem durch ein Training im Belastungsbereich der Schwelle bzw. knapp darunter erhöhen lässt (Entwicklungsbereich).

Zusätzlich geht man in der klassischen Trainingsmethodik – für mich absolut nachvollziehbar – davon aus, dass sich der Körper nur an die Reize anpassen kann, mit denen er auch konfrontiert wird. Dies ist auch die entscheidende Begründung für ein Training im Ausbelastungsbereich (wettkampfspezifisch), das für den Körper an sich wohl nicht positiv wirken kann, aber eben die Belastungstoleranz trainiert.

Die Maffetone-Methode hingegen fokussiert allein auf die Entwicklung der Grundlagenausdauer und lässt andere bedeutende Elemente, vor allem der Wettkampfvorbereitung, außer Acht. Dazu gehören z.B. das Kraft- und Schnelligkeitstraining.

Persönliche Beurteilung und Erfahrung

Aus meiner Sicht ist der Ansatz von Maffetone ganzheitlich vor allem für Freizeitsportler interessant, die ihr Gewicht reduzieren und ihre Gesundheit positiv beeinflussen wollen. Sie werden mit der Methode fast sicher erfolgreich sein.

Ebenso interessant ist die Methode als Teilansatz für ambitionierte Ausdauersportler, die damit vor allem ihre Grundlagenausdauer entwickeln wollen. Besonders nützlich dürfte sie für solche Sportler sein, bei denen gesundheitliche Vorbelastungen bestehen, oder deren weitere Entwicklung bisher durch ein zu hohes Körpergewicht gebremst wurde.

Für Athleten, die sich sowieso auf die ganz langen Belastungen, wie z.B. Ultramarathonläufe, konzentrieren, spielen die o.g. Kritikpunkte sowieso nur eine untergeordnete Rolle.

Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich intensivere Belastungen in der Vorbereitung auch positiv auf das Stehvermögen bei besonders langen extensiven Wettkämpfen auswirken. Aber allein darüber findet man unzählige kontroverse Diskussionen im Netz.

Ich selbst werde mich in den kommenden Monaten noch ein weing tiefer in die Methode einarbeiten, mein Interesse ist geweckt. Vor allem weil ich gesundheitsbedingt sowieso schon seit Jahren ausschließlich im Grundlagenbereich trainiere.

„Hier macht mich meine eigene Entwicklung jedoch auch skeptisch, da mir die früheren Trainingseinheiten im Entwicklungsbereich stets schnelle Traingserfolge gebracht haben. Diese schnellen Trainingserfolge fehlen mir heute, und das sicher nicht nur altersbedingt. Ich führe das neben meiner gesundheitlichen Einschränkung gerade auf das Weglassen des Trainings im Entwicklungsbereich zurück.“

Wie ich die Ernährungskomponente der Methode angehe, weiß ich derzeit noch nicht. Ich nehme zwar auch bisher schon sehr wenig Zucker zu mir, aber Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln, Reis und Brot stehen recht reichlich auf meinem Speisezettel. Auch weil ich meinen Fleischkonsum in den letzten Jahren drastisch reduziert habe – allerdings vor allem aus ethischen Gründen und weil sich mein Appetit in eine andere Richtung entwickelt hat.

Da muss ich erst noch ein wenig in mich hineinhören und die Ergebnisse der weiteren Recherche abwarten.

Ich werde jedenfalls am Ball bleiben, noch ein bisschen mehr dazu lesen und meine eigenen Erfahrungen mit der Methode später noch in diesen Beitrag einfließen lassen. Wo nötig, werde ich den Beitrag dann auch aktualisieren.

Solltet Ihr schon Erfahrungen mit der Maffetone-Methode gemacht haben, Ergänzungen dazu haben oder einfach nur eine Meinung, so nutzt bitte die Kommentarfunktion. Dann entwickelt sich der Beitrag schon dadurch weiter.

Meine Quellen waren neben McDougalls „Handbuch für Helden“ auch die  Internetpräsenz von Phil Maffetone selbst, sowie sein Artikel mit dem Titel „Want speed, slow down“ (beides unter www.philmaffetone.com).


Ergänzung aus März 2016:

Es gibt mittlerweile eine Fortsetzung über meine Erfahrungen mit der Maffetone-Methode, siehe hierzu: Maffetone Teil 2.

 

18 Gedanken zu „Die Maffetone Methode“

  1. Hallo FlowRunner,

    ein schöner Artikel! Ich bin immer dafür, Trainingsmethoden zu diskutieren.

    Ich stimme Dir zu, Deine Kritik an der Methode ist angebracht!
    Meiner Meinung nach (und auch weitaus erfahrener Trainer) sollte man Trainingsbereiche – außer in der Saisonpause – nie komplett weglassen. Nur der Fokus ändert sich im Lauf der Vorbereitung. Es dauert viel länger, etwas neu aufzubauen, als es zu erhalten!
    Auch die Verletzungsgefahr sinkt meiner Meinung nach nicht: wenn im Wettkampf wieder schnell gelaufen wird, ist sie dann sogar höher, weil Sehnen und Bänder nicht an die Geschwindigkeitsbereiche angepasst sind. Außerdem wird die Grundlagenausdauer nicht nur durch wenig intensive Dauerläufe trainiert, sondern durchaus auch – wesentlich effektiver – durch Tempodauerläufe.
    Auch bei konsequentem Weglassen von Kohlenhydratquellen wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot etc. steht dem Körper durch beispielsweise Obst stets genügend kurzfristige Energie zur Verfügung, um auch (gelegentlich) intensiv zu trainieren.

    Gut wiederum finde ich, den Fettstoffwechsel im Training in den Fokus zu stellen. Für Ausdauersportler mit Hauptwettkämpfen ab 45 Minuten Dauer meiner Meinung nach essentiell.
    Außerdem gut finde ich das Vermeiden durch trainingsbedingte Entzündungen. Für Sportler, die keine Wettkampfleistungen erbringen oder „nur“ abnehmen wollen finde ich den Trainingsansatz deshalb durchaus beachtenswert.

    Viele Grüße
    Markus
    Laufen hilft!

    1. Hallo Markus,

      Danke für Deinen Kommentar. Es freut mich, dass ich Dich als leistungsorientierten Trainer mit meinem Beitrag ansprechen konnte.

      Danke auch für Deine Ergänzungen. An die von Dir angesprochene ausbleibende Gewöhnung der Sehnen und Bänder an wettkampfspezifische Belastungen und die damit verbundene Verletzungsgefahr hatte ich z.B. noch gar nicht gedacht.

      Deinen Blog hatte ich auch schon auf dem Schirm, und gerade Dein letzter Beitrag hat mit gut gefallen 🙂

      Beste Grüße
      Sebastian

  2. Lieber Sebastian,

    ich selbst habe mich 2010 erstmals mit Maffetone beschäftigt und 2013 versucht den Wiedereinstieg nach einer willentlichen 4 monatigen Pause vom Laufen nach seinen Anleitungen durchzuführen, was allerdings nach 6 Wochen wegen einem unzumutbaren Gewichtsverlust von mir aufgegeben wurde. Denn leider steh ich schon immer an der Grenze zum Untergewicht und ich habe durch den Verzicht auf Kohlenhydrate nochmals 3-4 kg verloren, so dass meine Leistungsfähigkeit ins Bodenlose fiel. Soviel Fett und Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate konnte ich gar nicht in mich hineinschaufeln 😉
    Allerdings habe ich gelernt mein Tempo an meine Herzfrequenz anzupassen, selbst bei den hier üblichen Steigungen komme ich nur kurzzeitig aus dem aeroben Bereich (lt. sportmedizinischer Leistungsdiagnostik). So habe ich wahrscheinlich den Grundstein geschaffen für meine doch sehr gute Grundlagenausdauer, da Geschwindigkeit für mich keine Rolle spielt und ich nur selten Lust auf ein Fahrtspiel verspüre, war es für mich das Richtige – ich laufe lieber Bergintervalle 😉 Aber ich nehme auch weiterhin ungesunde 😉 Kohlenhydrate (v.a. Obst) zu mir, denn sonst kann ich mein Gewicht nicht halten.
    Deshalb ist es immer sehr individuell zu sehen mit der Maffetone-Methode 😀

    Salut und viel Spass beim Studieren und Probieren

    1. Hallo Christian,

      Die Gewichtsreduzierung ist auch bei mir sicher nicht das Ziel. Durch mein jahrelanges Grundlagenausdauertraining habe ich meinen Fettstoffwechsel gut trainiert – trotz Neigung zum Ansetzen. Im Grunde trainiere ich schon seit zwei Jahren nach Maffetones Methode, nur wusste ich das vorher nicht 😉

      Meine Ernährung enthält zwar reichlich Kohlenhydrate, jedoch schon bisher überwiegend komplexe. Ich denke jetzt durch die Beschäftigung mit Maffetone jedoch darüber nach, den Zuckeranteil noch etwas zu reduzieren und evtl. ein paar Wochen mit einer noch etwas niedrigeren Belastungsobergrenze auszuprobieren. Bisher gehe ich schon sporadisch bis 145.

      Aber zuerst steht noch etwas Lesen an 🙂

      Danke auch für Deine geteilte Erfahrung mit der Methode! Bist der erste, von dem ich weiß, dass er sie schon aktiv getestet hat.

      Beste Grüße
      Sebastian

  3. Hallo Sebastian,
    ich kenne die Methode nicht und hab auch noch nicht über Ähnliches gelesen.

    Bezüglich des Trainings ist es aber für mich schon einleuchtend den Grundlagenbereich weiter auszubauen, wenn man z.B. in die Ultradistanzen einsteigen will. Als ich damals für Biel trainierte war das quasi nur GL-Training.
    Zur Ernährung … Ich könnte das nicht. Ich brauche wenig Fleisch und ich liebe Nudeln und Kartoffeln. Ich wäre damit gar nicht glücklich, das aufzugeben.

    Ein Kollege aus China hat mir mal von einer „Caveman“ Diät erzählt, als er auf einen Marathon trainiert hat. Damals ging es auch um eine reine Eiweiß- bzw. Fleischkost.
    Vielleicht ist es hier angelehnt.

    Ich bin gespannt wie es Dir damit geht.

    Ich bin eher der Carbo-Typ 🙂

    Viele Grüße,
    Hans

    1. Hallo Hans,

      Freut mich umso mehr, wenn ich Dir mal was Neues „erzählen“ konnte. Von der Belastung her trainiere ich ja bereits nur im aeroben Bereich und was die Ernährung angeht, habe ich schon auch Bedenken, dass ein Versuch nur wieder auf Kosten der Lebensqualität geht 😉

      Beste Grüße
      Sebastian

  4. Hallo Sebastian,

    ich beschäftige mich auch schon einige Zeit mit dieser Methode. Aber ich habe auf den ganz langen Strecken das Gefühl das ohne klebriges Zeugs nach 30-35 km nichts mehr geht.

    Ich versuche zur Zeit einen gesunden Mittelweg zu finden. Wie schon erwähnt benötigt diese Methode eine gewisse Zeit der Umgewöhnung des Körpers. Da ich ja jetzt mein Projekt 100 gestartet habe ist eine Eingewöhnung bzgl. der Ernährung nicht mehr möglich. Ich versuche jetzt von Marathon zu Marathon etwas zu verbessern und nach und nach meine Ernährung umzustellen. Ich bin selber gespannt wie es sich entwickelt. Beim Puls bin ich aber ganz bei dir. Es ist zwar schwer immer genau im bereich zu bleiben aber ich bemühe mich.
    Gerade bei den Anstiegen geht mein Puls ruckartig Richtung 160! 🙁

    liebe Grüße
    Marco

    1. Hallo Marco,

      ich bin wirklich auch gespannt, wie Du in dein unglaubliches Projekt rein findest und dabei vielleicht auch noch etwas mehr in Richtung Maffetone kommst. Ich glaube, die Methode müsste ziemlich gut für Dich geeignet sein. Allerdings bist Du schon mittendrin in deinem Projekt…

      Ich halte Dir die Daumen und folge gespannt.

      Beste Grüße
      Sebastian

  5. Hallo Sebastian,

    ein sehr interessanter Aufsatz. Ich kann es mir leider auch nicht leisten, viel Gewicht zu verlieren. Ich werde diese Methode deshalb nach den Erfahrungen von Christian auch nicht in dieser Form anwenden.

    Den moderaten Umstieg auf Fettverbrennung hatte ich allerdings im vergangenen Frühjahr im Rahmen meiner Vorbereitungen auf einen schnellen Marathon erprobt. Ich kann nur sagen, das war ganz schön heftig. Vermutlich allerdings deshalb, weil dennoch Tempoläufe und Intervalltraining auf dem Plan standen.

    Ich vermute, die von Dir so gut erläuterte Methode taugt besonders für den Ultrabereich, wo selten im anaeroben Bereich gelaufen wird. Dafür spricht ja auch der Verweis auf die Erfolge im Triathlon.

    Ich bin gespannt, auf Deine Erfahrungen.

    Viele Grüße
    Rainer 😎

    1. Hallo Rainer,

      Das freut mich wirklich sehr, dass dir meine Aufarbeitung gefällt. Hat mir auch beim Schreiben schon Spaß gemacht, was bei einem theoretischen Ansatz ja nicht immer so ist.

      Dein Lauf-Pensum ist ja bereits sehr hoch und deine Grundlagenausdauer sicher entsprechend entwickelt. Ich denke, dass Du dein Augenmerk sicher anderen Trainingsmethoden zuwenden kannst, jedenfalls solange Du verletzungsfrei unterwegs bist.

      Ich frage mich ehrlich gesagt, was bei Dir als nächstes größeres Ziel kommt. Eher Ultra oder doch nochmal Marathonbestzeit?

      Ich bin gespannt.

      Beste Grüße
      Sebastian

  6. Hi Sebastian,

    du beschreibst eine interessante Trickkiste aus dem unüberschaubaren Dickicht der Trainingsmethoden. Die Elemente sind allerdings wohlbekannt:
    – die starke Fokussierung auf eine breite Grundlage aerober Ausdauer
    – Nähe zur Paläo-Ernährung
    – Rechnerei mit Pulswerten.
    Was mich interessieren würde: wie geht es denn nach den 3-6 Monaten weiter? Es klingt so, als düften dann doch wieder intensivere Einheiten eingebaut werden.
    Ohne diese befürchte ich, wird es nicht dazu kommen, auch im schnelleren Bereich ausdauernd laufen zu können, nicht zuletzt weil alle Muskeln und Gelenke die größeren Bewegungen energieeffizient mitmachen müssen.
    Und das können sie nur, wenn man ab und an mal schneller läuft.

    Jetzt aber meine Meinung zu den drei Elementen:
    – Eine gut entwickelte aerobe Grundlage ist als Fundament immer gut, sogar – wenn auch nur im kleineren Maßstab – für Mittelstreckler, erst recht aber für Ausdauersportler.
    – Die Paleo-Ernährung wäre für mich nichts, da ich seit vielen Jahren Vegetarier bin (ethische Gründe, keine gesundheitlichen!). Ersetzt man allerdings Fleisch und Fisch durch hochwertiges pflanzliches Eiweiß, halte ich die Anteilsverteilung von Fett, Eiweiß und Kohlehydraten für Gesundheits-förderlich. Ob damit allerdings ein guter Fettstoffwechsel „erzwungen“ werden kann, wage ich zu bezweifeln.
    – Was ich aber für absoluten Quatsch halte, ist die 180-Formel, auch wenn sie mit Korrekturmöglichkeiten präsentiert wird. 180 Herzschläge / Minute als Basiswert kann trotz Korrekturen kein guter Ausgangswert sein, wenn ich alleine in meinem näheren Umfeld bei Gleichaltrigen eine Bandbreite zwischen 160 und 210 bei der HF/max kenne. Wenn man schon nach Pulsobergrenzen traininren will, sollte man das in Prozentwerten von der in einem geeigneten Test festgestellten maximalen Herzfrequenz tun.

    Ich bin gespannt, wie dein nächster Beitrag zu dem Thema ausfällt, wenn du einige Erfahrungen mit der Methode gemacht hast.

    Liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang,

      Du legst den Finger mal wieder zielsicher in die Wunden 😉

      Zur 180-Formel: auch Maffetone ist natürlich schon damit konfrontiert worden, dass eine solche Formel wissenschaftlich nicht haltbar ist (ähnlich wie die klassische Max-HF-Ermittlung 220 minus Lebensalter). Er kontert das sinngemäß wie folgt: die HF-Obergrenze des aeroben Trainingsbereich sei medizinisch/wissenschaftlich auch durch eine Laktatmessung nicht zuverlässig ermittelbar (anders als die anaerobe) und er hätte jahrelang mit seinen Probanden leistunsdiagnostisch gearbeitet nur um später festzustellen, dass sich die Ergebnisse immer auch durch seine 180-Formel hätten ermitteln lassen (empirisch belegt quasi).

      Zur Ernährung sind wir einig, hier möchten ich auch anderen Lesern gerne Deinen aktuellen Blog-Beitrag zum Fett als Top-Energiequelle empfehlen. Für unsere „überzuckerten“ Mitbürger ist Maffetones Ansatz sicher eine vielversprechende Möglichkeit. Ich glaube im übrigen schon, dass man seinen Fettstoffwechsel maßgeblich beeinflussen kann. Unberührt davon glaube ich aber auch, dass jeder Mensch seine eigene ideale Nahrungszusammensetzung hat. Der eine verbrennt Fette besser, ein anderer vielleicht in der Tat Kohlenhydrate.

      Wie es nach der Umstellungsphase in Bezug auf höhere Belastungen weitergeht ist mir auch nicht 100%ig klar geworden. Ich habe verstanden, dass höhere Belastungen im Wettkampf erbracht werden, im Training aber gar nicht notwendig seien.

      Ich habe mir zur weiteren Recherche eines seiner Bücher bestellt, hat aber leider 3 Wochen Lieferzeit 🙂

      Ich werde wieder dazu berichten, soviel steht fest.

      Beste Grüße
      Sebastian

  7. Hallo Sebastian,
    Erstmal Glückwunsch zu Deiner HP. Gute informative Seite, ich bin über das Trail Forum auf Deine Seite gelangt…
    Zum Thema
    Das ganze erinnert mich ein wenig an die Laufschule von Dr. Ernst van Aaken. Der Laufpionier gilt ja als Miterfinder der langsamen Dauerläufe, die er in den 50er Jahren entwickelt hat.
    Kennst Du sein Buch: Programmiert für 100 Lebens Jahre
    Dort wird für Laien verständlich erklärt was beim Laufen in deinem Körper vorgeht, was passiert in den Organen, mit deinem Blut, welche Bedeutung der Puls/Blutdruck hat, welche Lebensmittel was bewirken und welche Vor/Nachteile verschiedene Trainingsmethoden haben. Dr. van Aaken wurde viel belächelt, weil er die damalige Freiburger Laufschule als nicht zielführend erklärte. Erst Jahre später führte seine Trainingsmethode in den USA unter dem Kürzel LSD (LongSlowDistance) zu einem Hype und in 1970er bei uns zu der Trimm Dich Welle Trimming 130.
    Ich werde mal in Ruhe beide Methoden vergleichen
    Gruß Helmut

  8. Hallo Helmut,

    Danke für deinen Kommentar. Über Dr. Ernst van Aaken musste ich erstmal nachlesen, hatte vorher noch nicht von ihm gehört. Was ich gelesen habe, war aber sofort interessant und ich werde morgen wohl noch ein bisschen tiefer graben müssen. Auch interessant, dass das meiste angeblich revolutionäre im Grunde vorher schon mal da war. Danke jedenfalls für den Hinweis auf van Aaken. Mich würde auch interessieren, was bei Deinem Vergleich evtl. noch raus kommt.

    Beste Grüße
    Sebastian

  9. Hallo Sebastian,
    eine sehr guter Blog mit vielen Themen die mich ansprechen und interessieren.
    Diesen sturen Ansatz von Maffetone kannte ich noch nicht. Es gibt zwar vergleichbare Trainingsmethoden, diese beinhalten aber immer noch schnellere Einheiten. Je nachdem was dein Ziel ist kann die eine oder andere Methode besser sein. Auch als Ultraläufer möchte ich meine Grundschnelligkeit nicht verlieren. Das ist manchmal ein Spagat.
    Ok Gewichtsprobleme habe ich keine mehr seit ich laufe, allerdings entspricht meine Ernährung nicht immer dem Optimum. Bin ein Genießer 🙂

    LG
    Sigmar

    1. Hallo Sigmar,

      Freut mich, dass ich Dich ansprechen konnte und Danke für deinen Kommentar! Ich denke für Ultraläufer ist die Maffetone-Methode schon gut geeignet, denn die besonders niedrige Intensität schützt sicherlich vor Entzündungen und Verletzungen. Der Stoffwechsel als vielleicht wichtigste physische Ultra-Fähigkeit (neben der Verletzungsresistenz) wird dadurch wahrscheinlich auch optimal trainiert.

      Aber für Genießer – und dazu zähle ich mich schon auch noch – und auch ihr familiäres Umfeld ist sie halt schon leidvoll – so ganz ohne einfache Kohlehydrate. Persönlich fällt mir das Weglassen von Brot dabei am schwersten.

      Gruß Sebastian

  10. Hallo Sebastian,

    ich hatte mich an das Buch der Helden heran getraut, weil ich Born to Run mittlerweile 3x gelesen habe. Ich habe mich ungeheuer schwer getan. Aktuell höre ich die Audiovariante und auch da quäle ich mich mehr durch das Buch. Bis zu dem Punkt wo Maffetone auftaucht. Ich habe das Radio immer lauter gedreht, weil ich diesen Ansatz so spannend und interresant finde. Abends bin ich beim googlen dann auf deine Seite gestoßen, konnte mich aber nicht weiter einlesen. Jetzt ist es 03:40 Uhr in einer lauen Sommernacht und mir geht das Thema nicht aus dem Kopf. Zumal ich der weiter oben schon aufgeführten Kritik beipflichten möchte: 180 – Lebensalter funktioniert bei mir einfach nicht. Da meine Schwelle lt. Spiro bei 164 liegt, laufe ich nach 180-43 immer im
    hohen Drehzahlbereich.
    Auch mit dem Ernährungsansatz von Maffetone komme ich noch nicht klar: ich verzichte bewusst auf den das meiste an Fleisch, ersuche mich so bewusst wie möglich zu ernähren und vermeide Einfachzucker wo es nur geht, halte aber frisches Obst für super (gesund) und werde davon nicht lassen.
    Ich werde mich noch weiter in dein Blog einlesen, mich mit der Maffetone Methode beschäftigen und berichten.

    1. Hi Christian,

      Freut mich, dass Du bei deiner Recherche hier gelandet bist. Ich hoffe, dass Dir meine Einlassungen zu dem Thema auch eine Hilfe sind. Wenn Klärungs- oder Diskussionsbedarf bleibt, dann stehe ich Dir gerne auch als Sparringspartner zur Verfügung (hier oder per Mail). Mir hat die Beschäftigung mit Maffetone viel Spaß gemacht, war aber in Bezug auf ihre Wirkung und Nachhaltigkeit auch für mich nicht vergleichbar mit z.B. der Laufstilumstellung nach Lektüre von „Born to Run“ u.a..

      Einen Blick in deinen Block habe ich natürlich auch geworfen. Das Sternzeichen scheint mir da nicht die einzige Gemeinsamkeit zu sein. Schön, dass Du hier gelandet bist.

      Auf bald!
      Sebastian

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