Du bist, was Du isst. Ernährung und Leistung.

Die Ernährung ist ein uferloses Betätigungsfeld. Für manche im wahrsten Wortsinn, für andere in rein wissenschaftlicher Hinsicht.

Für mich war sie lange Zeit ein Spielfeld für durchaus spannende Selbstversuche.

„Die vorübergehende Umstellung auf vegane Kost war dabei sicherlich das umfangreichste Ernährungsexperiment für mich“

und aus der kritischen Beobacherposition heraus auch für meine Familie und Freunde.

Schwierig ist eine grundsätzliche Behandlung der Ernährungsfrage, weil sie so viele Facetten aufweist:

  • Was schmeckt mir? (Geschmack)
  • Was nehme ich für meinen Genuss in Kauf? (Gewissen)
  • Was steckt in dem, was ich esse? (Wissen)
  • Wie wirkt sich die Ernährung auf meine Gesundheit und Leistungsfähigkeit aus? (Gesundheit)
  • Was löse ich mit der Ernährung über meinen individuellen Tellerrand hinaus aus? (Soziale Verantwortung)

„Im Zentrum meiner verschiedenen Selbstversuche in Sachen Ernährung stand – ganz Mainstream – die Frage, wie sich die Umstellung auf meine Leistungsfähigkeit und Gesundheit auswirkt.“

Die anderen Facetten der Ernährung spielten eine untergeordnete Rolle, die je nach momentaner Schwerpunktsetzung unterschiedlich war.

So wirkte sich die vegane Ernährung z.B. stärker auf mein Gewissen aus als auf Geschmacksaspekte.

Aber gerade die vegane Ernährung forderte auch mein Umfeld extrem. Ich wurde meiner sozialen Verantwortung, global betrachtet, zwar besonders gerecht, in Bezug auf Familie und Freundeskreis aber war ich sicher oft eine Zumutung (zum Glück ohne Folgen).

Neben dem veganen Experiment habe ich natürlich auch weniger einschneidende Aspekte meiner Ernährung geändert und die Auswirkungen auf meine Gesundheit und Leistungsfähigkeit beobachtet.

Dazu gehörten z.B. der Verzicht auf Zucker und Weißmehl, der Focus auf Gemüse und Eiweiß (low carb diet), die biologische Vollwertkost, der Verzicht auf Milchprodukte und eine Zeit als Vegetarier.

„Ich möchte vorwegnehmen, dass sich keiner der Selbstversuche langfristig spürbar auf meine Leistungsfähigkeit ausgewirkt hat.“

Die Auswirkungen auf meine Gesundheit kann ich als medizinischer Laie nicht beurteilen. In Bezug auf mein subjektives Wohlbefinden konnte ich längerfristig jedoch keine klaren Resultate verzeichnen.

„Die Reaktionen der Menschen um mich herum waren rückblickend stärker wahrnehmbar als die meines Körpers.“

Generell festhalten möchte ich als vorläufiges Zwischenergebnis folgendes:

  1. Ernährung ist in Bezug auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit ein sehr individuelles Thema. Jeder Mensch reagiert anders. Deshalb gibt es auch so viele sich widersprechenden Erkenntnisse, die trotzdem individuell belegbar sind.
  2. Umstellungen bei Essgewohnheiten wirken sich nicht nur unmittelbar auf uns aus, sondern über unser soziales Umfeld, Verfügbarkeit der Produkte und Außenwirkung einer Diät auch mittelbar (als vorgehaltener Spiegel).
  3. Zu viel Information über scheinbare und beweisbare Wirkungszusammenhänge von Lebensmitteln und deren Bestandteilen kann sich sowohl positiv als auch negativ auf die Lebensqualität auswirken.

Ich selbst beachte in Bezug auf meine Ernährung mittlerweile noch folgendes:

  • Kleine Mahlzeiten bekommen mir besser als große.
  • Wenn ich bewusst gut kaue, bekommt mir das gut und ich merke rechtzeitig, dass ich satt bin.
  • Meine letzte Mahlzeit vor dem Lauf sollte möglichst zuckerfrei sein.
  • Kuhmilchprodukte machen mich Infekt-anfällig und verstärken meinen Heuschnupfen (rein individuelle Reaktion).
  • Qualität geht vor Quantität, d.h. ich bevorzuge regionale und vollwertige Lebensmittel.

Fazit:

Das Zusammenspiel zwischen Ernährung und Leistung möchte ich nicht in Frage stellen, relativieren möchte ich es schon.

Ich habe viel mit meiner Ernährung gespielt und interessantes für mich herausgefunden.

Ich esse heute viel bewusster. Ich kaufe sorgsam ein, und ich denke daran, dass ein Tier sterben musste, wenn ich Fleisch esse.

„Nicht erwartet hatte ich, dass sich Ernährungsumstellungen auf andere Bereiche meines Lebens spürbarer auswirken als auf meine Leistungsfähigkeit.“

Und Warnung: Durch die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung und dem heutigen Lebensmittelangebot ist es für mich sehr schwer gewesen, wieder zu einem „normalen“ Umgang mit Lebensmitteln zurückzufinden.

Ich bemühe mich darum, lese aber immer noch die Zutaten jedes neuen Lebensmittels, das ich kaufe.

Ich bin eben nicht nur was ich esse, sondern auch wie und mit welcher Geisteshaltung ich esse 😉

In diesem Sinne: Lasst es Euch schmecken!

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