Nachtschicht

Vom Laufen in Der Dunkelheit

Es ist mal wieder soweit. Ich muss mich derzeit zum Laufen ernsthaft aufraffen. Denn wenn ich aufbrechen kann, ist es lange dunkel, dazu kalt und nicht selten auch noch nass. Gerade jetzt ist es sogar saukalt.

Das Teufelchen auf meiner rechten Schulter flüstert allabendlich:

„Komm hol dir lieber ein paar Weihnachtsplätzchen, mach dir einen heißen Glühwein und entspanne dich wie jeder normale Mensch um diese Jahreszeit im Liegen oder beim unsäglichen Fernsehprogramm.“

Zum Glück schallt es ab und an von meiner linken Schulter lautstark dagegen:

„Geh raus, sieh dir den prächtigen Sternenhimmel an, tanke herrlich kühlen Sauerstoff und du wirst dich hinterher dafür lieben!“

Ich gebe zu, es stand zuletzt ziemlich ausgeglichen zwischen den beiden, aber dann hat das Engelchen angefangen an scheinbar kleinen Details zu arbeiten…

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Die Dschungelpatrouille

Der Dschungel liegt in Bayern

Es ist verdammt dunkel in diesem Waldstück nicht weit von Ebersberg. „Pflatsch“ schon wieder steckt der Fuß bis zum Knöchel im Schlamm.

Der Trail schlängelt sich auf und ab, südlich entlang der Wildschutzzone im Ebersberger Forst, eine echte Sahnestrecke, egal ob laufend oder bikend. An schönen Tagen krönt ein herrliches Alpenpanorama den landschaftlich und technisch faszinierenden Pfad.

Jetzt ist es anders, es ist stockdunkel, nass und mit 2 bis 3 Grad auch kalt. Ein kalter Dschungel – im bayerischen Süden.

Der Lichtkegel meiner Stirnlampe scannt den Untergrund, der Läufer hinter mir findet den Weg auch ohne Licht – er verlässt sich ganz auf die Wahrnehmung seiner Füße.

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Angst beim nächtlichen Waldlauf?

Ein Lichtkegel in finsterer Nacht

Meine Welt beschränkt sich auf die zehn Meter Waldweg vor mir. Außen herum das dunkle Nichts, dazwischen ein ganz schmaler Streifen Halbdunkel, in dem sich Baumstamm an Baumstamm reiht.

Unter meinen Füßen knirscht kaum hörbar der natürliche Untergrund aus Stein, Erde und Laub. Das dominierende Geräusch ist, trotz lockerem Lauftempo, meine Atmung. Weit entfernt von schwer – nein, einfach meine gewohnte Nasenatmung – nur ein wenig schneller als sonst.

„Anders ist, dass die Atmung in dieser stillen Dunkelheit zum dominierenden Geräusch wird.“

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