Checkliste zum leichteren Lauf

Gibt es den perfekten Laufstil?

Zumindest eine Anleitung mit Allgemeingültigkeit wohl eher nicht.

Denn welcher Laufstil sollte es sein?

Soll er schnell sein? Soll er gesund sein? Für welchen Körperbau soll er gelten? Hat der schnellste Läufer den besten Stil?

Für den einzelnen Läufer, der sich sowohl seiner Ziele als auch seiner Voraussetzungen bewusst ist, lässt sich ein individuell perfekter Laufstil, der beides berücksichtigt, mit Sicherheit finden.

Denn Laufen ist wie das meiste, das mit dem menschlichen Körper und seinem Geist zu tun hat, sehr individuell.

Jeder muss wohl den für sich selbst geeigneten Laufstil finden.

Mein persönlicher Laufstil

Ich habe bei meiner eigenen Suche die Leichtigkeit in den Vordergrund gestellt, weil ich körperlich nicht mehr auf meine volle Leistungsfähigkeit zurückgreifen kann.

Das heißt, dass ich beim Laufen möglichst schonend mit meinem Herzkreislaufsystem und meinem Bewegungsapparat umgehe. Ich will auch lange Strecken flüssig laufen können. Und ich stelle Zeitziele dafür zurück.

Mein Ziel: Der mühelose Lauf. So lang wie möglich.

Ich bin ein großer Anhänger von Vereinfachung auf der einen und Struktur auf der anderen Seite. Deswegen möchte ich nachfolgend den Versuch wagen, meine persönliche Art des Laufens in 11 sehr kurz beschriebene Schritte zu gliedern.

Meine Checkliste:

11-Schritte zum leichteren Lauf

  1. Laufen = kontrolliert fallen. Ich nutze die Schwerkraft und lasse mich fallen. Dazu kippt mein Körper aus dem Sprunggelenk und die Neigung bestimmt die Fall-/ Laufgeschwindigkeit.
  2. Die Nutzung der Schwerkraft ist mir nur mit Körperspannung möglich, da der Drehpunkt der Neigung das Sprunggelenk sein soll und nicht die Körpermitte. Ich nutze dafür die Imagination einer in der Körpermitte festen Form (z.B. einer kippenden Holzlatte).
  3. Mein Fußaufsatz erfolgt unterhalb des Körperschwerpunkts. Ein Fußaufsatz davor würde meinen Lauf bremsen.
  4. Der Bodenkontakt erfolgt mit dem Vor- bzw. Mittelfuß. Erfolgt er mit der Ferse, liegt er fast zwangsläufig vor meinem Körperschwerpunkt.
  5. Ich stoße mich nicht aktiv ab, sondern löse den Fuß ohne Krafteinsatz vom Boden und ziehe die Ferse in Richtung Gesäß. So nutze ich lediglich den Flex der Achillessehne.
  6. Meine Schrittfrequenz ist tempounabhängig konstant und liegt bei etwa 85 Doppelschritten pro Minute (= 85x der Aufsatz des rechten Fußes).
  7. Die Variation des Tempos erfolgt durch die Körperneigung. Eine stärkere Vorneigung hat eine Vergrößerung der Schrittlänge zur Folge und damit eine Tempoerhöhung (und umgekehrt).
  8. Meine Arme sind im 90-Grad Winkel gebeugt und schwingen locker mit. Armkraft setze ich aktiv nur für die Rückwärtsbewegung der Arme ein.
  9. Ich atme allein durch die Nase. Reicht das nicht aus, ist mein Krafteinsatz für den Moment zu hoch (Hier geht es nicht um Wettkämpfe!).
  10. Ich bin achtsam und konzentriere mich gerade bei Laufbeginn bewusst auf meine Bewegung und Atmung. Gedanken lasse ich zunächst vorbeifliegen. Dafür ist Zeit, wenn ich im Lauffluss angekommen bin.
  11. Läuft es trotzdem einmal nicht, dann gehe ich einfach ein Stück, drücke den geistigen Reset-Knopf und wage den Neustart.

Diese elf Schritte sind nicht als Anleitung gedacht, sondern eher als Zusammenfassung bzw. Checkliste zum leichteren Lauf.

Eine ausführlichere Beschreibung jedes einzelnen Schrittes habe ich im Rahmen dieses Blogs fest eingeplant.

Für die wichtigen Schritte 1-4 sowie 6 und 9 gibt es bereits eine kurze Anleitung in meinem Beitrag „Meilensteine“.

2 Gedanken zu „Checkliste zum leichteren Lauf“

    1. Hallo Bernhard,

      Mir gefallen viele Elemente des Chi-Running, da hast Du Recht, kann man unter meinen Quellen auch nachlesen. Weniger gefällt mir der kommerzielle Hintergrund und der manchmal etwas zu esoterische Anstrich desselben. Aber es soll ja eine ganzheitliche und verkäufliche Lehre sein, insofern habe ich dafür Verständnis.

      Die wesentlichen Elemente finden sich auch in Lehren mit anderem Namen, wie sollte das auch anders sein. Und mir ist auch egal, welchen Namen die tragen, muss sie ja nicht vermarkten.

      Ich habe aus vielen Versuchen das zusammengetragen, was bei mir persönlich und für meinen Zweck am besten funktioniert und ich berichte hier darüber.

      Ich habe keine neue Methode, Lehre oder auch nur einen neuen Namen dafür, wozu auch. Es ist mein Erfahrungsbericht mit verschiedensten Methoden. Vielleicht nützt er dem ein oder anderen 🙂

      Die Chi-Running Lektüre und auch eine Kursteilnahme haben mich persönlich weiter gebracht und ich habe beides schon mehrfach empfohlen.

      Danke fürs Vorbeikommen und kommentieren!

      Beste Grüße
      Sebastian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.